Berner Zeitung

Sonntag, 19. Juni 2022

Originalbeitrag: BernerZeitung


Auf der Aare bei Rubigen sind Aberdutzende Schlauchboote unterwegs. Auch unsere Septipus-Boote sind vertreten.

 

Bärn!Blog

Mittwoch, 02. Juli 2020

Originalbeitrag: Bärn!Blog


Bootsvermietung hier

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Blick

Mittwoch, 01. Juli 2020

Originalbeitrag: Blick


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20 Minuten

Mittwoch, 01. Juli 2020

Originalbeitrag: 20 Minuten


BERN SOLL MEHR FARBE ERHALTEN

«Mit dem Septipus-Böötli ist die Aare nun auch schiffbar»

Auf der Aare wurde ein neues Kunstprojekt vorgestellt, das die Stadt Bern farbiger machen soll. Wer auf der Aare bööteln will, kann dies neu mit siebenarmigen Gummi-Kraken tun.

Von Denise Brechbühl

 

Darum geht’s

  • Pinke, siebenarmige Kraken-Böötli wurden am Dienstag auf der Berner Aare eingewassert.
  • Die Schöpferin Cordelia Hagi hat sich zum Ziel gesetzt, Bern farbiger zu machen.
  • Ab dem 1. Juli können die Boote gemietet werden.
  • Auch Gemeinderat Reto Nause war an der Einweihung dabei.

 

Bern soll noch bunter werden! Mit Kunst will die Marketingfachfrau Cordelia Hagi dieses Ziel erreichen. 2015 wurde der Verein Delia ins Leben gerufen, um der Region Bern eine «Attraktion mit internationaler Ausstrahlung zu verschaffen», wie es in einer Medienmitteilung heisst.

Das erste konkrete Projekt «Mehr Aare – Aare Meer» wurde heute Dienstag nun vorgestellt und eingewassert. Ab dem 1. Juli können sogenannte Septipus-Aareböötli gemietet werden, davon gibt es 30 Stück. Die Künstlerin hinter dem Projekt ist Cordelia Hagi. Sie realisierte 2006 die bunte Krake mit den sieben Tentakeln, die im Berner Tierpark steht. Nun kehrt der Septipus ins Wasser zurück. «In Bern haben wir zwar schon viel Farbe, aber manchmal verschliessen wir die Augen», sagt Hagi. «Deshalb provoziere ich gerne mit grossen Objekten.»

 

Weitere Projekte geplant

Auch Gemeinderat und Delia-Vereinspräsident Reto Nause war bei der Einweihung mit an Bord: «Die Einweihungsfahrt war wunderbar.» Mit einem Augenzwinkern erinnerte der CVPler an die Kultworte von «Mister Corona» Daniel Koch, die Aare werde «bebadbar» sein. «Mit dem Septipus-Böötli ist sie nun auch schiffbar», so Nause.

Auch für die Zukunft hat der Verein schon einiges geplant. So soll beim Bärenpark ein Hotel mit überdimensionalem Bär auf dem Dach gebaut werden, eine Gondel über der Aare schweben oder am Flussufer ein Septipus-Grillplatz entstehen.


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Der Bund

Mittwoch, 01. Juli 2020

Originalbeitrag: Der Bund


Die pinke Penetranz

Immer wieder werden in Bern Ideen eingebracht, um die Stadt zu verschönern. Wieso man da genau hinschauen sollte, zeigt das Vorhaben einer Marketingfrau auf der Aare.

Martin Erdmann

 

Es gibt wohl nur eines, auf das sich die Bewohner Berns einigen können: Sie leben in der schönsten Stadt der Welt. So werden sie nie müde, die Vehemenz dieser Überzeugung zur Schau zu stellen. Wenn beispielsweise ausländische Medien in einem Nebensatz lobende Worte über die Farbe der Aare finden, wird der entsprechende Artikel mit geschwellter Brust auf den sozialen Medien geteilt, bis Twitter und Facebook kurz vor dem Kollaps stehen.

Dieser ausgeprägte Lokalpatriotismus kann zwar manchmal etwas selbstverliebt wirken, hat aber auch sein Gutes. Denn wenn es jemand in Erwägung zieht, das geliebte Stadtbild zu ändern, wird mit Argusaugen über das Vorhaben gewacht und dieses – wenn nötig leidenschaftlich – mit Schmäh überzogen. So, wenn zum Beispiel der Weihnachtsbaum auf dem Bundesplatz etwas weniger buschig ist als im Vorjahr oder das Stadtgebiet als Marketing-Gag mit Bernhardiner-Skulpturen überschwemmt wird.

 

Kraken als Repräsentanten

Nun ist neues Ungemach im Anmarsch. Dieses droht, sich ausgerechnet im Herzstück der Stadtberner Heimatliebe auszubreiten: auf der Aare. Der aktuelle Angriff auf Berns unbescholtenes Äusseres sind Gummiboote. Sie heissen Septipus, sind einer siebenarmigen Krake nachempfunden, sollen als Kunst aufgefasst werden und künftig als repräsentative Figuren der ganzen Region fungieren.

So also das Ausmass der Bedrohung, das am Dienstagmorgen im Eichholz erstmals den Medien vorgestellt wurde. Hinter diesem Plan steckt die umtriebige Berner Marketingfrau und selbsternannte Visionärin Cordelia Hagi. Sie ist bekannt für ihre Passion für die Farbe Pink, ist in der Miss-Bern-Jury ein genauso gern gesehener Gast wie bei der «Schweizer Illustrierten» und setzt sich seit fünf Jahren mit ihrem Verein Delia dafür ein, entlang der Aareschlaufe «Attraktionen mit internationaler Ausstrahlung» zu schaffen.

«Die Welt ist wieder in Ordnung.», Cordelia Hagi, Werbefachfrau

Mit einer Armada von 30 Septipussen im Rücken versuchte sie, zu erklären, wieso die Stadt gerade in der Krisenzeit ihre Gummiboote kaufen soll. Das klang wie eine Mischung aus PR-Sprech und Leitfaden der Rudolf-Steiner-Schule. Beispiel: «Die Kunstinstallation ist nicht nur für Bern, sondern für die ganze Welt jeden Tag eine Umarmung. Die Welt ist wieder in Ordnung.» Aus unerklärten Gründen wurde die Ansprache von Schlangenfrau Nina Burri begleitet, die im Hintergrund diverse Verrenkungen vollführte.

 

Wie auf LSD

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die ankündigte Invasion der Tintenfische bei weitem nicht das Unheilvollste ist, was Hagis Kopf zu erdenken vermag. Ein Video von 2015 zeigt, zu was ihr Erfindergeist im Hochbetrieb fähig ist. Eine Gondelbahn, deren Kabinen wie Lampions von der Münsterplattform über die Aare schweben, ein schlangenartiges Wesen, das haushohe Bögen über das Ufer schlägt, und ein gigantischer Bär, der über all dem wacht. Kurz: ein Psychose versprechender Cocktail zwischen LSD-Trip und «Alice im Wunderland».

Hagi sei eben ihrer Zeit voraus, verkündete der städtische Sicherheitsdirektor Reto Nause, der auch im Delia-Vorstand sitzt. Vielleicht täuscht er sich dabei. Vielleicht wäre es eher an der Zeit, Berns natürliche Schönheit vor dem Ideenreichtum selbstbetitelter Visionäre zu schützen. Gerade wenn es um die Aare geht, dürfte flussauf, flussab eindeutige Einigkeit herrschen, dass jegliche Schönheitsideale erfüllt werden und künstliche Eingriffe wohl nur dem Geltungsdrang von Einzelnen dienen.

Und: Wie wollen ausländische Medien in Nebensätzen künftig lobende Worte über die Farbe der Aare finden, wenn der Fluss mit pinkfarbenen Krakenbooten vollgestopft ist?

BZ Thuner Tagblatt

Dienstag, 30. Juni 2020

Originalbeitrag: BZ Thuner Tagblatt


Pinke Tentakel auf der Aare

Marketingfachfrau Cordelia Hagi will mit einer mobilen Kunstinstallation testen, wie Bernerinnen und Berner auf Farbtupfer in ihrer Stadt reagieren.

Riesige Fabelwesen, die sich das Aareufer entlangschlängeln, und eine überdimensionale Bärskulptur, die mit den Pfoten ein Hotel umschlingt. Das war die Vision für die Aareschlaufe, die der Verein «delia 2015» präsentierte. Die Marketingfachfrau und Initiantin Cordelia Hagi, die selber nur Pink trägt, träumte gar von farbigen Gondelbahnen zur Münsterplattform. Ein gewagter Plan für ein Unesco-Weltkulturerbe.

Fünf Jahre später scheint Hagi auf dem Boden der Realität angekommen zu sein. Im Eichholz liegen 30 runde Gummiboote in der Morgensonne, alle pink mit je sieben Tentakeln. «Unsere Reglemente wie Denkmal- und Aareschutz sehen fixe Installationen nicht vor», sagt Vereinspräsident und Gemeinderat Reto Nause (CVP) in einer Ansprache.

Die Lösung von delia: die sogenannten Septipusse aus Gummi – eine mobile Kunstinstallation auf der Aare. «Wir hoffen, der Vision so ein Stück näherzukommen», so Nause. Für 150 Franken lassen sich die Boote beim Partner Aare Erlebnis in Uttigen mieten, nach dem Auswassern in Bern bringen die Vermieter alles Material wieder zurück.

 

Ein Testbetrieb

Neben Cordelia Hagi und der pink Gummibootmasse schert Nause farblich aus. Sein oranges T-Shirt sei aber kein politisches Statement, sagt er, sondern eine Erinnerung an die Europameisterschaft in Bern, eine Hommage an den Jahrhundertsommer. Weibelt er am heutigen Anlass auch für seine Wiederwahl in den Gemeinderat? «Ich bin seit 2015 im Verein dabei», verneint Nause. «Die Vision von farbigen Installationen fand ich immer faszinierend; die vergänglichen Boote sollen auf die grössere Idee hinweisen.»

Mit dem Projekt «Mehr Aare – Aare Meer» will Cordelia Hagi testen, ob die Grundidee des Vereins delia den Bernerinnen und Bernern gefällt. Sind die Feedbacks positiv und werden die Boote oft vermietet, will sie in kleinen Schritten weiter denken. Sollten die Rückmeldungen negativ sein, geht sie nochmals über die Bücher. Grundsätzlich optimistisch stimmen Cordelia Hagi die 20 Sponsoren, die sie bereits gefunden hat – darunter die Inselgruppe, Energie Wasser Bern oder der BSC Young Boys.

 

Ein Opfer der Reglemente

Visionen für die nächsten Schritte hätte Hagi genug. Sie träumt von einem kostenlosen Schwimmwestenverleih für Kinder, von einer Septipus-Bar oder einer quietschbunten Lounge beim Auswassern der Boote. Das Problem, immer mit dabei, sind die Reglemente, die allgemein nicht die Freunde von Cordelia Hagi sind.

So musste sie bereits vor einem Jahr ihr bisher grösstes Fabelwesen den Paragrafen und Artikeln opfern. Der Septipus stand ursprünglich als riesige Spielfigur samt Rutschbahn im Tentakel im Dählhölzliwald – heute ist der Zutritt für Kinder verboten. «Die Beratungsstelle für Unfallverhütung hat die Bestimmungen geändert», sagt Hagi. «Die Rutschbahn ist mittlerweile zu steil.»